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In diesem Beitrag möchten wir dir einen Überblick und ein paar allgemeine Tipps geben zum Thema Wohnungsumzug geben.

Anzahl der Umzüge in Deutschland

Sei es die erste eigene Wohnung, ein Wohnortwechsel für einen neuen Job oder einfach der Wunsch nach einer größeren Wohnung. Die Gründe für das Umziehen sind vielfältig. Rund 9,4 Millionen Deutsche ziehen jedes Jahr um. Das entspricht etwa 25.000 Umzügen pro Tag in Deutschland. Frauen ziehen durchschnittlich 4,6-mal in ihrem Leben um und damit etwas häufiger als Männer, welche im Schnitt 4,4-mal ihre Wohnung wechseln.

Die Suche nach einer geeigneten Wohnung ist oftmals ein zeit- und nervenaufreibender Prozess. Ist die Traumwohnung erstmal gefunden, folgt mit dem Umzug eine weitere Herausforderung, vor der es vielen Menschen graut. Das Tragen schwerer Möbel, Renovierungsarbeiten oder das Ummelden von laufender Verträge – bei einem Umzug gibt es eine Reihe von Punkten, die du bedenken solltest.

Das effektivste Mittel gegen Stress und Frustration beim Umzug ist eine gründliche Planung. In diesem Artikel erfährst Du, was es beim Umzug zu beachten gilt und mit welchen Umzugskosten du rechnen solltest. Mit Hilfe der praktischen Checkliste kannst du frühzeitig deinen Umzug vorbereiten. Zudem erfährst du in diesem Artikel, wie du Kosten für deinen Umzug von der Steuer absetzen kannst. So sparst du Geld, vermeidest Fallstricke und kannst dein neues Wohnglück unbeschwert genießen.

Umzug und Kosten

Welche Kosten fallen bei einem Umzug an?

Umzugskosten fallen individuell aus und sind zum Großteil davon abhängig, ob Du den Umzug privat organisierst oder ein Umzugsunternehmen beauftragst. Die Kosten für den Umzug sind hauptsächlich von der Größe deiner alten Wohnung sowie der Entfernung zu deiner neuen Wohnung abhängig.

Je größer deine Wohnung ist, desto größer ist meist auch dein Hausrat, also das Umzugsvolumen (bedenke auch die Fläche von Keller- oder Dachbodenanteilen!). Damit benötigst Du mehr Umzugskarton und Verpackungsmaterial und es müssen mehr Möbelpacker bezahlt werden (sofern du eine Umzugsfirma beauftragst). Bei einer großen Wohnung wird außerdem ein entsprechend großer Umzugstransporter oder Lkw benötigt. Wenn der Umzug in mehreren Fuhren erledigt werden muss, steigen die Kosten für den Umzug.

Folgende Kostenpunkte solltest du in jedem Fall bei deinem Umzug einkalkulieren:

Umzugsunternehmen

Ein Umzug durch ein professionelles Umzugsunternehmen schlägt schwerer zu buche als ein selbstdurchgeführter Umzug.  Berechnet werden dabei der Lohn der Möbelpacker, Miete und Sprit für den Transporter sowie Kosten für Zusatzleistungen. Hierzu können das Packen von Kartons, Auf- und Abbau von Möbeln (insbesondere, wenn die Küche mit umzieht) sowie das Tragen und Transportieren von komplexen und schweren Möbeln zählen. Nicht jeder Mensch ist in der Lage Klaviere, Waschmaschinen oder Kühlschränke aus dem 5. Stock unbeschadet in den Umzugstransporter zu bugsieren. Dafür gibt es Leute, die das professionell machen und sich entsprechend bezahlen lassen.

Umzugstransporter mieten

Umzugsunternehmen bringen in der Regel einen geeigneten Transporter oder Lkw mit. Die Kosten sind in den Gesamtkosten enthalten. Organisierst du deinen Umzug selbstständig, solltest du die Mietkosten für das Fahrzeug zuvor einkalkulieren. Die Mietkosten pro Tag steigen mit der Größe des Transporters. Oftmals stehen dir Transportfahrzeuge in der Größe vom Kastenwagen über Sprinter bis hin zu kleinen Lkw mit einem Ladevolumen von bis zu 3,5 Tonnen zur Verfügung. Diese können mit einem Pkw-Führerschein der Klasse B gefahren werden. Für einen 7,5-Tonner ist hingegen ein Lkw-Führerschein der Klasse C1 erforderlich. Umzugstransporter lassen sich bei Autovermietern oder auch bei Baumärkten entleihen.

Tipp: Da Mietverträge oftmals zum 1. oder zum 15. des Kalendermonats enden, besteht an diesen Tagen eine erhöhte Nachfrage nach Transportern. Zudem können die Tarife an Wochenenden und Feiertagen höher ausfallen. Hier ist es vorteilhaft, wenn man seinen Umzug an Tagen mit einer geringeren Auslastung durchführen kann.

Umzugskartons

Du benötigst Kartons oder Kisten, in denen Du deinen Hausrat sicher transportierst. Zudem solltest Du deine Einrichtung zur Vermeidung von Schäden entsprechend verpacken. Als Faustregel kannst du pro Quadratmeter Wohnfläche mit einem Umzugskarton kalkulieren. Der Preis pro Karton variiert nach Ausführung und Qualität zwischen 1,20 Euro und 3 Euro.

Tipp: Umzugskartons fallen im Set von beispielsweise zehn Kartons oftmals günstiger aus. Da viele Leute ihre Umzugskartons nach dem Umzug nicht mehr benötigen, lassen sich die Umzugskartons gebraucht, z.B. bei Ebay Kleinanzeigen, in größerer Stückzahl deutlich günstiger erwerben.

Umzugsversicherung

Bei einem Umzug geht häufig etwas kaputt. Die Kosten für die Umzugsversicherung sind bei einem professionellen Umzugsservice als Grundhaftung (620 Euro pro Kubikmeter Umzugsgut) in der Regel inklusive. Für die Versicherung eines privaten Umzugs solltest Du mit Kosten von etwa 2,5 Promille der gewählten Versicherungssumme rechnen. Link

Renovierung der alten Wohnung

In deinem Mietvertrag ist festgelegt, in welchem Zustand deine alte Wohnung übergeben werden muss. Meist ist die Wohnung frisch gestrichen und gereinigt zu übergeben. Zudem müssen Bohrlöcher in den Wänden geschlossen und eventuelle Schäden behoben werden.

Renovierung der neuen Wohnung

Sollte dir der Zustand oder die optische Gestaltung deiner neuen Wohnung nicht zusagen, solltest Du auch hier mit Kosten für Renovierungsarbeiten rechnen.

Kaution der neuen Wohnung

Auch für deine neue Wohnung wird eine Kaution fällig. Diese darf maximal drei Nettokaltmieten betragen. Beachte, dass die Rückzahlung der Kaution deiner alten Wohnung mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen kann.

Verpflegung für das Umzugsteam

Ein Umzug ist schwere körperliche Arbeit. Ob Du mit Hilfe von Freunden und Familie deinen Umzug machst oder professionelle Möbelpacker anpacken – Du solltest Kosten für die Verpflegung deiner Helfer mit Essen und Getränken einplanen.

Halteverbotszonen

Parkplätze direkt vor der Haustür sind besonders in größeren Städten oftmals Mangelware. Es ist daher sinnvoll, vor dem Umzug eine Halteverbotszone einzurichten, in der der Umzugstransporter abgestellt werden kann. Die Halteverbotszone kann bei der Stadt oder Gemeinde gegen eine Zahlung einer Gebühr beantragt werden. Diese liegt in der Regel zwischen 10 und 20 Euro. Umzugsunternehmen organisieren meist eigenständig eine Halteverbotszone, die Kosten werden auf die Gesamtkosten des Umzugs aufgeschlagen.

Wie viel kostet ein Umzug ungefähr?

Am Anfang dieses Umzugs-Ratgebers habe ich dir erzählt, dass die Kosten für deinen Umzug hauptsächlich von der Wohnfläche und damit vom Umzugsvolumen sowie der zu überwindenden Strecke zu deiner neuen Wohnung abhängig sind. Die Umzugskosten fallen individuell aus. Zur Orientierung findest du an dieser Stelle eine Übersicht, mit Kosten in welcher Höhe du etwa rechnen solltest.

Umzug Preisvergleich

Um eine Vorstellung der Kosten für deinen Umzug zu bekommen und ein geeignetes Umzugsunternehmen zu finden, ist es sinnvoll einen Umzugspreisvergleich zu machen. Mache hier einen kostenlosen und unverbindlichen Umzugspreisvergleich und finde heraus, welches Umzugsunternehmen in deiner Nähe das richtige für dich ist.

Was kostet ein Umzug bis 50 km?

Bei einem lokalen bzw. regionalen Umzug bis zu 50 Kilometern würden sich die Kosten bei einer bisherigen Wohnfläche von rund 50 m2 auf etwa 900 Euro belaufen. Bei einer bisherigen Wohnfläche von circa 100 m2 müsstest du mit Umzugskosten in Höhe von rund 1.400 Euro rechnen.

Was kostet ein Umzug über 500 km?

Entsprechend höher liegen die Umzugskosten für Fernumzüge über eine Distanz von mehr als 500 Kilometer. Für einen Umzug mit einer bisherigen Wohnfläche von rund 50 m2 über eine Distanz von etwa 500 Kilometern solltest du Kosten in Höhe von circa 1.275 Euro einkalkulieren.

Was kostet ein Umzug 1000 km?: Umzüge ins Ausland: Umzüge nah und fern

Ein Umzug ins Ausland stellt oftmals eine besondere Herausforderung dar und bedarf einer gründlicheren Vorbereitung. Egal, ob du in ein europäisches Nachbarland oder in ein fernes Land umziehst, bei internationalen Umzügen solltest du mit höheren Umzugskosten rechnen und ein paar weitere Punkte beachten.

  • Wichtige Dokumente sollten vorhanden und gültig sein (Personalausweis, Reisepass, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Visa, Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis etc.)
  • Kündige rechtzeitig laufende Verträge (Telefon, Internet, Mobilfunk etc.)
  • Informiere dich über mögliche Pflichtimpfungen im Zielland

Wie teuer ist ein Umzug ins Ausland?

Die Kalkulationen der Kosten für einen Auslandsumzug fallen individueller und komplexer aus. Bei einem Umzug in ein ferneres Land, z.B. in Übersee, ist es ratsam, sich an ein professionelles Umzugsunternehmen oder eine Spedition zu wenden und einen Kostenvoranschlag einzuholen. Dabei solltest du die Angebote verschiedener Anbieter neben dem Preis auch nach Erfahrung und Leistungsumfang vergleichen. Neben dem reinen Transport bieten viele Umzugsfirmen für Nah- und Fernumzüge ins Ausland auch Relocation-Services an. Diese umfassen u.a. das Finden einer geeigneten Wohnung, Hilfe bei Behördengängen sowie der Integration in das neue soziale Umfeld.

Was beim Umzug beachten Checkliste?

Ein Umzug erfordert einen hohen Aufwand an Organisation. Um Zeit zu sparen Stress zu vermeiden und nichts zu vergessen, ist es ratsam eine Checkliste mit den wichtigsten Punkten rund um das Thema Umzug und Wohnungswechsel zu erstellen. Zudem solltest du frühzeitig einen Zeitplan erstellen. Manche Dinge musst du mehrere Wochen im Voraus organisieren und andere Dinge werden erst am Umzugstag relevant. Hier findest du eine Liste mit Dingen, die du bei deinem Umzug auf jeden Fall bedenken solltest.

Drei Monate vor dem Umzug

  • Alten Mietvertrag fristgerecht kündigen
  • Gegebenenfalls einen Nachmieter für die alte Wohnung suchen
  • Neuen Mietvertrag unterschreiben
  • Mietkaution für neue Wohnung überweisen
  • Termine für Übergabe der alten und der neuen Wohnung vereinbaren

Zwei Monate vor dem Umzug

  • Ausmisten: Dinge, die du nicht mehr brauchst, kannst du verkaufen, verschenken oder wegschmeißen (bedenke auch Dachboden und Kellerräume)
  • Umzugsvolumen kalkulieren (Anzahl der Kartons, Ladefläche des Transporters etc.)
  • Halteverbotszonen beantragen
  • Kosten- und Zeitplan für den Umzug erstellen
  • Umzugstermin festlegen und Urlaub für den Tag des Umzugs nehmen
  • Laufende Verträge auf die neue Adresse ummelden (Strom, Gas, Telefon, Internet und weitere Verträge)
  • Termin zum Ablesen der Zählerstände vereinbaren

Drei Wochen vor dem Umzug

  • Ausreichend Umzugskartons und Verpackungsmaterial besorgen
  • Liste mit Umzugsgut erstellen
  • Sperrmüll beantragen
  • Nachsendeantrag bei der Post stellen

Eine Woche vor dem Umzug

  • Schönheitsreparaturen in der alten Wohnung durchführen
  • Schlüssel für die neue Wohnung abholen
  • Erstellen eines Möbelstellplans für die Möbelpacker
  • Kühlschrank und Gefrierfach abtauen
  • Werkzeug zusammenstellen

Am Tag des Umzugs

  • Zählerstände notieren
  • Umzugshelfer einweisen
  • Briefkasten leeren

Nach dem Umzug

  • Beim Einwohnermeldeamt den Wohnsitz auf die neue Adresse ummelden (innerhalb von ein bis zwei Wochen nach dem Umzug)
  • Kartons auspacken
  • Möbel aufbauen
  • Wohnglück genießen

Umzüge an Feiertagen

Urlaubstage sind kostbar. Um keinen Urlaub nehmen zu müssen oder einfach dem Berufsverkehr zu entgehen, ist es naheliegend den Umzug an einem Sonntag oder einem Feiertag durchführen zu wollen. In der Praxis ist dies leider nicht so einfach. In §4 des sogenannten Feiertagsgesetzes ist festgehalten, dass öffentlich wahrnehmbare Tätigkeiten an Sonn- und Feiertagen, welche prinzipiell auch an jedem anderen Tag vorgenommen werden könnten, untersagt sind.

Ausnahmen im Feiertagsgesetz gelten für unaufschiebbare Vorhaben, welche sich auf die Erledigung von landwirtschaftlichen oder häuslichen Tätigkeiten beziehen. Ein Umzug an einem Sonn- oder Feiertag gilt als unaufschiebbar, wenn bestimmte Fristen nicht überschritten werden dürfen. Hierzu können die fristgerechte Wohnungsübergabe, Antreten einer neuen Arbeitsstelle oder Schulbeginn für Schulpflichtige Kinder zählen. Außerdem solltest du folgende Punkte bei Umzügen an Sonntagen und Feiertagen beachten:

  • Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen Gewicht
  • Kleintransporter dürfen nur ohne Anhänger fahren
  • Das Bundes-Immissionsschutzgesetz muss beachtet werden
  • Lärmende handwerkliche Tätigkeiten sind zu vermeiden

Wohin mit dem Umzugsmüll?

Bei einem Umzug entstehen oftmals Müll und Abfälle, welche fachgerecht entsorgt werden sollten. Zudem stellt sich die Frage, was mit den Umzugskartons geschehen soll.

Plastikverpackungen, Metall sowie Verbundstoffe werden über die gelbe Wertstofftonne entsorgt. Hierzu zählen beispielsweise Folien zum Verpacken von Möbeln.

Chemikalien, Farbe, Lösungsmittel und Batterien sind Sondermüll und dürfen nicht über den Hausmüll weggeschmissen werden. Sondermüll wirst du am einfachsten bei den örtlichen Recyclinghöfen und anderen Sammelstellen los. Das gleiche gilt für kaputte Elektrogeräte, beispielsweise ausgemusterte Kühlschränke oder Elektroherde. Alternativ kannst du auch Sperrmüll bestellen und die Abfälle des Umzugs inklusive des Sondermülls abholen lassen. Möbelstücke oder Elektrogeräte, welche noch funktionsfähig sind, die du aber nicht mehr benötigst kannst du auch von gemeinnützigen Organisationen abholen lassen

Papier, Pappe und Karton sind in der blauen Altpapiertonne zu entsorgen. Beachte hierbei, dass mit Farbresten vom Streichen oder anderweitig verunreinigtes Papier über den Restmüll entsorgt werden sollte.

Wohin mit den Umzugskartons?

Umzugskartons kannst du einfach über das Altpapier entsorgen. Unbeschädigte Kartons kannst du allerdings auch verschenken oder verkaufen. Ein Bedarf an Umzugskartons besteht immer. Zudem lassen sie sich gefaltet auch platzsparend für den nächsten Umzug aufbewahren.

Umzug und Steuern

Kann man einen Umzug von der Steuer absetzen?

Umzugskosten kannst du dir zum Teil vom Finanzamt zurückholen. Bei beruflichen oder privaten Umzügen stellt sich die Frage, welche Umzugskosten steuerlich absetzbar sind.

Es handelt sich um einen beruflichen Umzug, wenn du deinen Wohnort aus beruflichen Gründen wechseln musst. Beispielsweise, weil dein Arbeitgeber einen Standort verlegt, du den Arbeitgeber gewechselt hast oder an einen anderen Ort versetzt wirst. In diesen Fällen können Umzugskosten als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Dazu zählen Transportkosten, doppelte Mietzahlungen oder auch Anschaffungskosten von Einrichtungsgegenständen. Außerdem können Umzugskosten über die Umzugspauschale geltend gemacht werden. Dazu zählen u.a. Handwerkerkosten, Gebühren für die Ummeldung oder Kosten für Schönheitsreparaturen in der Wohnung.

Bei privaten Umzügen kannst du dir Arbeitskosten für haushaltsnahe Dienstleistungen erstatten lassen. Solltest du aus gesundheitlichen Gründen umziehen, beispielsweise aufgrund einer Behinderung, so kannst du Kosten des Wohnungswechsels als außergewöhnliche Belastungen geltend machen.

Hier findest du unsere Services mit Kooperationspartnern für deine Wohnungssuche im Internet und deinem Umzug.